1. Bezirk
Innere Stadt: Steffl, Graben, Grandezza
Kutschen am Kohlmarkt, Auslagen wie Vitrinen, der Stephansdom als Kompassnadel. Hier ist Wien am wienerischsten — und am teuersten.
Bundeshauptstadt
Zwischen Stephansturm und Riesenrad, zwischen Marmortisch und Weingarten liegt eine Stadt, die das Verweilen zur Kunst erhoben hat. Nehmen S’ Platz — auf einen Braunen bleibt man in Wien schnell einen halben Tag.
Grüß Gott in Wien
Wien hat es nie eilig gehabt. Während andere Metropolen sich neu erfinden, poliert Wien lieber sein Silbertablett und stellt das Glas Wasser neben die Melange — kühl, unaufgefordert, selbstverständlich. Diese Stadt misst die Zeit nicht in Stunden, sondern in Schluckerln.
Hinter den Ringstraßenpalais und den Biedermeierfassaden lebt ein Wien der kleinen Welten: das Grätzl, in dem der Greißler noch grüßt, der Schanigarten, der im Frühling den Gehsteig erobert, der Heurige, bei dem „ausg’steckt is’“. Wir haben es für Sie durchwandert — mit Zeit, mit Schmäh und mit ordentlich Hunger auf mehr.
Das Café Central ist ein Ort für Leute, die allein sein wollen, aber dazu Gesellschaft brauchen. Alfred Polgar
Grätzl-Guide
Wien versteht man nicht über die Bezirksnummer, sondern über das Grätzl — jenes überschaubare Stück Stadt, in dem man den Wirt beim Vornamen kennt.
1. Bezirk
Kutschen am Kohlmarkt, Auslagen wie Vitrinen, der Stephansdom als Kompassnadel. Hier ist Wien am wienerischsten — und am teuersten.
6. & 7. Bezirk
Kopfsteinpflaster, Concept-Stores und Beisln in Biedermeierhäusln. Am Spittelberg spaziert man am schönsten ziellos.
2. Bezirk
Am Karmelitermarkt schlägt das multikulturelle Herz Wiens; ums Eck wartet der Wurstelprater mit dem Riesenrad. Ein Grätzl mit langer Geschichte.
4. & 6. Bezirk
Zwischen Marktständen, Feinkost und Flohmarkt am Samstag riecht es nach Oliven, Marille und großer weiter Welt. Danach ein Gspritzter im Freihaus.
19. Bezirk
Wo die Stadt in den Weingarten ausfranst, wird der Wein noch dort getrunken, wo er wächst. Ein Viertel Gemischter Satz, ein Brettl, ein Schrammel-Duo — mehr braucht ein Abend nicht.
3. Bezirk
Prinz Eugens Sommerschloss thront über einem Barockgarten mit Blick auf die Stadt — im Oberen Belvedere hängt Klimts „Kuss“. Ringsum ein Grätzl, das ruhig und vornehm bleibt.
Zwei Institutionen
Die eine hält das Jahr über die Stellung, der andere macht auf, wenn der junge Wein reif ist. Zwei Wiener Wohnzimmer, beide ohne Türglocke, beide mit unendlich viel Zeit.
Das Kaffeehaus
Marmortisch, Thonet-Sessel, der Zeitungshalter aus Holz und ein Ober, der Sie überlebt: Das Wiener Kaffeehaus ist kein Lokal, sondern ein Geisteszustand. Man bestellt einen kleinen Braunen, bekommt ein Glas Wasser dazu — ungefragt, denn das gehört sich so — und darf bleiben, solange man mag.
Seit 2011 zählt die Wiener Kaffeehauskultur zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Was man dort zelebriert, lässt sich kaum exportieren: das Nichtstun mit Haltung, das Lesen ganzer Zeitungswälder, das leise Klirren des Löffels am Häferl.
Der Heurige
Steckt am Tor ein Buschen aus Föhrenzweigen, ist der Buschenschank offen: Der Winzer schenkt heuer seinen eigenen Wein aus — den Gemischten Satz, in Wien sogar mit eigenem Herkunftsschutz. Dazu ein Brettl mit Aufstrichen, Verhackertem und Liptauer, und der Abend ist gerettet.
Im Herbst kommt der Sturm ins Glas: trüb, süß, harmlos schmeckend und tückisch stark. „Trink ma no a Achterl“, sagt man dann — und weiß schon, dass es nicht beim einen bleibt.
Drei Tage Wien
Keine Hetz, kein Häkchen-Tourismus: drei Tage, die Zeit lassen fürs Schauen, fürs Sitzen und fürs zweite Stück Torte.
Vom Steffl bis zur Staatsoper — Wien, wie es im Bilderbuch steht.
09:00 · Auftakt
Stephansdom & Dachspaziergang
Erst hinauf auf den Südturm (343 Stufen, dafür ganz Wien zu Füßen), dann hinein in die kühle Stille des Doms.
11:00 · Bummel
Graben & Kohlmarkt
Vorbei an der Pestsäule zu den schönsten Auslagen der Stadt. Bei Demel schaut man den Zuckerbäckerinnen durchs Fenster zu.
13:00 · Kaiserlich
Hofburg
Kaiserappartements, Sisi-Museum, Silberkammer — und im Hof das Gefühl, die Monarchie sei gerade erst zur Jause gegangen.
16:00 · Pause
Kaffeehaus-Einkehr
Ein kleiner Brauner, ein Stück Sachertorte, eine Zeitung am Holzhalter. Jetzt bloß nicht auf die Uhr schauen.
19:30 · Abend
Musikverein oder Staatsoper
Tipp: Für die Staatsoper gibt es Stehplätze für ein paar Euro — anstellen, hineinschlüpfen, Weltklasse im Stehen genießen.
Vom Kaisergarten zum Riesenrad — quer durch Wiens gute Laune.
08:30 · Früh dran
Schloss Schönbrunn & Gloriette
Vor den Bussen da sein: durch den Barockgarten hinauf zur Gloriette, wo der Morgennebel noch in den Alleen hängt.
12:30 · Mittag
Naschmarkt
Sich durch die Stände kosten: Oliven, Falafel, Meeresfrüchte, ein Achterl dazu. Samstags nebenan der legendäre Flohmarkt.
15:00 · Kunst
MuseumsQuartier
Leopold Museum und mumok, dazwischen die bunten Enzis im Hof — der schönste Ort der Stadt zum Nichtstun mit Kultur im Rücken.
18:30 · Höhenluft
Prater & Riesenrad
Eine Runde im Wahrzeichen von 1897, dann ein Stelzn im Schweizerhaus. Der Wurstelprater dreht bis spät seine Runden.
Von Klimts Gold in die grünen Hügel am Stadtrand.
09:30 · Gold
Oberes Belvedere
Klimts „Kuss“ in echt — kleiner, als man denkt, und doch überwältigend. Danach ein Spaziergang durch den Barockgarten.
12:00 · Grätzlbummel
Neubau & Spittelberg
Kleine Läden, feine Beisln, Kaffee im Hinterhof. Mittagessen dort, wo keine Speisekarte auf Englisch hängt.
16:00 · Hinauf
Weinwandern in Stammersdorf oder Grinzing
Mit der Bim an den Stadtrand, durch die Rieden spazieren, den Blick über Wien schweifen lassen.
19:00 · Ausklang
Beim Heurigen
Ein Viertel Gemischter Satz, ein Brettl, ein Wienerlied. „Ausg’steckt is’“ — und Sie sitzen mittendrin.
Hotelguide
Von der Grande Dame hinterm Opernhaus bis zum Geheimtipp im Grätzl — vier Häuser, in denen Wien besonders gut schläft.
Innere Stadt
★★★★★
Die Grande Dame hinterm Opernhaus: rote Salons, Ölgemälde, gelebte Legende — und im Haus jene Torte, um die halb Wien einen kleinen Krieg geführt hat.
Ringstraße
★★★★★
Ein Ringstraßenpalais, in dem einst Fürsten logierten. Marmor, Kristall und der berühmte Imperial-Torte-Duft im Kaffeehaus — Staatsgäste-Grandezza zum Übernachten.
Ringstraße
★★★★
Ringstraßen-Grandezza, neu gedacht: rote Bar, Rooftop-Pool über den Dächern und ein Wiener Wirtshaus im Erdgeschoß. Elegant, jung und mit Augenzwinkern.
Neubau
★★★
Ein Familienbetrieb im 7. Bezirk mit Innenhof, Retro-Charme und philippinisch-österreichischer Küche. Klein, herzlich, absolut leiwand — das andere Wien.
Redaktionelle Auswahl — unbezahlt, unbestochen und rein aus Zuneigung getroffen.
Wien im Überblick
Der Ring als Reiferl um die Innere Stadt, die Donau im Norden, die Weingärten am Rand: Fahren Sie mit der Maus über die Skizze.
Stilisierte Skizze — fürs Träumen, nicht fürs Navigieren.
Wien durchs Jahr
Die Stadt kennt keine Nebensaison — nur andere Gründe zu kommen. Wählen Sie eine Jahreszeit.
Auf der Gass’
Kaum wärmt die Sonne den Gehsteig, rückt Wien die Sesseln raus. Der erste Gspritzte im Freien schmeckt nach Frühlingserwachen.
Am Wasser
Mit dem Radl die Ringstraße entlang, durch den Stadtpark, an der blühenden Kastanienallee vorbei. Wien schüttelt den Winter ab.
Genuss
Im Marchfeld sticht man den Spargel, in den Beisln duftet der Bärlauch. Der Frühling landet zuerst auf dem Teller.
Baden
Tretboot, Badeplatzerl, ein Achterl am Steg: Die Wiener haben ihr Meer selbst gebaut — mitten in der Stadt, gratis und wunderbar.
Open Air
Den ganzen Sommer über: Oper und Konzert auf der Großleinwand, dazu Gastro-Stände aus aller Welt. Eintritt frei, Stimmung inklusive.
Abkühlung
Wenn die Hitze über dem Asphalt flimmert, rettet ein Eissalon den Tag — oder ein schattiger Gastgarten mit einem großen Soda-Zitron.
Beim Heurigen
Ab Mitte September gärt der junge Wein: trüb, süß, gefährlich gut. „Ausg’steckt is’“ — und die Weingärten füllen sich wieder.
Am Eck
Der Duft gerösteter Maroni am Straßeneck ist Wiens ehrlichster Herbstbote. Ein Stanitzel warm in der Hand — mehr braucht’s nicht.
Neue Musik
Im November gehört die Stadt der zeitgenössischen Musik: ein Festival, das Konzertsäle und Ohren gleichermaßen aufsperrt.
Advent
Vom Rathausplatz bis Schönbrunn dampft der Punsch. Zwischen Lichterglanz und Lebkuchenduft wird Wien zum begehbaren Adventkalender.
Ballsaison
Im Feber verwandelt sich die Staatsoper in den größten Ballsaal des Landes. „Alles Walzer!“ — und ganz Wien tanzt zumindest im Fernsehen mit.
Am Eis
Vor dem Rathaus wird der Platz zur verschlungenen Eisbahn zwischen den Bäumen. Schlittschuhlaufen mit Turm-Kulisse und Punsch am Rand.
Galerie
Klicken Sie sich hinein — sechs Stimmungen zwischen Morgennebel und Abendrot.
Termine
Vom Ballparkett bis zum Feuerwerk — was man sich vormerken sollte.
Wiener Staatsoper
Verschiedene Spielstätten
Innenstadt rund um den Stephansplatz
Termine indikativ — bitte vor der Reise die genauen Daten prüfen.