Bundeshauptstadt

Wien: Die Stadt, die Melange denkt

Zwischen Stephansturm und Riesenrad, zwischen Marmortisch und Weingarten liegt eine Stadt, die das Verweilen zur Kunst erhoben hat. Nehmen S’ Platz — auf einen Braunen bleibt man in Wien schnell einen halben Tag.

Bundeshauptstadt 23 Bezirke UNESCO-Welterbe

Grüß Gott in Wien

Eine Hauptstadt im Andante

Wien hat es nie eilig gehabt. Während andere Metropolen sich neu erfinden, poliert Wien lieber sein Silbertablett und stellt das Glas Wasser neben die Melange — kühl, unaufgefordert, selbstverständlich. Diese Stadt misst die Zeit nicht in Stunden, sondern in Schluckerln.

Hinter den Ringstraßenpalais und den Biedermeierfassaden lebt ein Wien der kleinen Welten: das Grätzl, in dem der Greißler noch grüßt, der Schanigarten, der im Frühling den Gehsteig erobert, der Heurige, bei dem „ausg’steckt is’“. Wir haben es für Sie durchwandert — mit Zeit, mit Schmäh und mit ordentlich Hunger auf mehr.

Ins Grätzl eintauchen
Das Café Central ist ein Ort für Leute, die allein sein wollen, aber dazu Gesellschaft brauchen. Alfred Polgar

Grätzl-Guide

Sechs Welten hinter einer Adresse

Wien versteht man nicht über die Bezirksnummer, sondern über das Grätzl — jenes überschaubare Stück Stadt, in dem man den Wirt beim Vornamen kennt.

1., Innere Stadt

1. Bezirk

Innere Stadt: Steffl, Graben, Grandezza

Kutschen am Kohlmarkt, Auslagen wie Vitrinen, der Stephansdom als Kompassnadel. Hier ist Wien am wienerischsten — und am teuersten.

7., Neubau

6. & 7. Bezirk

Spittelberg & Neubau: Biedermeier mit Bobo-Herz

Kopfsteinpflaster, Concept-Stores und Beisln in Biedermeierhäusln. Am Spittelberg spaziert man am schönsten ziellos.

2., Leopoldstadt

2. Bezirk

Karmeliterviertel & Leopoldstadt: Markt, Prater, Melange

Am Karmelitermarkt schlägt das multikulturelle Herz Wiens; ums Eck wartet der Wurstelprater mit dem Riesenrad. Ein Grätzl mit langer Geschichte.

4., Naschmarkt

4. & 6. Bezirk

Freihausviertel & Naschmarkt: Wo Wien einkauft

Zwischen Marktständen, Feinkost und Flohmarkt am Samstag riecht es nach Oliven, Marille und großer weiter Welt. Danach ein Gspritzter im Freihaus.

19., Grinzing

19. Bezirk

Grinzing & Döbling: Heuriger unter Reben

Wo die Stadt in den Weingarten ausfranst, wird der Wein noch dort getrunken, wo er wächst. Ein Viertel Gemischter Satz, ein Brettl, ein Schrammel-Duo — mehr braucht ein Abend nicht.

3., Belvedere

3. Bezirk

Landstraße & Belvedere: Barock mit Aussicht

Prinz Eugens Sommerschloss thront über einem Barockgarten mit Blick auf die Stadt — im Oberen Belvedere hängt Klimts „Kuss“. Ringsum ein Grätzl, das ruhig und vornehm bleibt.

Zwei Institutionen

Das Kaffeehaus und der Heurige

Die eine hält das Jahr über die Stellung, der andere macht auf, wenn der junge Wein reif ist. Zwei Wiener Wohnzimmer, beide ohne Türglocke, beide mit unendlich viel Zeit.

Das Kaffeehaus

„Ein Glas Wasser gehört dazu“

Marmortisch, Thonet-Sessel, der Zeitungshalter aus Holz und ein Ober, der Sie überlebt: Das Wiener Kaffeehaus ist kein Lokal, sondern ein Geisteszustand. Man bestellt einen kleinen Braunen, bekommt ein Glas Wasser dazu — ungefragt, denn das gehört sich so — und darf bleiben, solange man mag.

Seit 2011 zählt die Wiener Kaffeehauskultur zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Was man dort zelebriert, lässt sich kaum exportieren: das Nichtstun mit Haltung, das Lesen ganzer Zeitungswälder, das leise Klirren des Löffels am Häferl.

Der Heurige

„Ausg’steckt is’!“

Steckt am Tor ein Buschen aus Föhrenzweigen, ist der Buschenschank offen: Der Winzer schenkt heuer seinen eigenen Wein aus — den Gemischten Satz, in Wien sogar mit eigenem Herkunftsschutz. Dazu ein Brettl mit Aufstrichen, Verhackertem und Liptauer, und der Abend ist gerettet.

Im Herbst kommt der Sturm ins Glas: trüb, süß, harmlos schmeckend und tückisch stark. „Trink ma no a Achterl“, sagt man dann — und weiß schon, dass es nicht beim einen bleibt.

Drei Tage Wien

Ein Itinerar für Genießer mit Sitzfleisch

Keine Hetz, kein Häkchen-Tourismus: drei Tage, die Zeit lassen fürs Schauen, fürs Sitzen und fürs zweite Stück Torte.

1Tag

Die Innere Stadt

Vom Steffl bis zur Staatsoper — Wien, wie es im Bilderbuch steht.

09:00 · Auftakt

Stephansdom & Dachspaziergang

Erst hinauf auf den Südturm (343 Stufen, dafür ganz Wien zu Füßen), dann hinein in die kühle Stille des Doms.

11:00 · Bummel

Graben & Kohlmarkt

Vorbei an der Pestsäule zu den schönsten Auslagen der Stadt. Bei Demel schaut man den Zuckerbäckerinnen durchs Fenster zu.

13:00 · Kaiserlich

Hofburg

Kaiserappartements, Sisi-Museum, Silberkammer — und im Hof das Gefühl, die Monarchie sei gerade erst zur Jause gegangen.

16:00 · Pause

Kaffeehaus-Einkehr

Ein kleiner Brauner, ein Stück Sachertorte, eine Zeitung am Holzhalter. Jetzt bloß nicht auf die Uhr schauen.

19:30 · Abend

Musikverein oder Staatsoper

Tipp: Für die Staatsoper gibt es Stehplätze für ein paar Euro — anstellen, hineinschlüpfen, Weltklasse im Stehen genießen.

2Tag

Schönbrunn, Markt & Prater

Vom Kaisergarten zum Riesenrad — quer durch Wiens gute Laune.

08:30 · Früh dran

Schloss Schönbrunn & Gloriette

Vor den Bussen da sein: durch den Barockgarten hinauf zur Gloriette, wo der Morgennebel noch in den Alleen hängt.

12:30 · Mittag

Naschmarkt

Sich durch die Stände kosten: Oliven, Falafel, Meeresfrüchte, ein Achterl dazu. Samstags nebenan der legendäre Flohmarkt.

15:00 · Kunst

MuseumsQuartier

Leopold Museum und mumok, dazwischen die bunten Enzis im Hof — der schönste Ort der Stadt zum Nichtstun mit Kultur im Rücken.

18:30 · Höhenluft

Prater & Riesenrad

Eine Runde im Wahrzeichen von 1897, dann ein Stelzn im Schweizerhaus. Der Wurstelprater dreht bis spät seine Runden.

3Tag

Belvedere & Heuriger

Von Klimts Gold in die grünen Hügel am Stadtrand.

09:30 · Gold

Oberes Belvedere

Klimts „Kuss“ in echt — kleiner, als man denkt, und doch überwältigend. Danach ein Spaziergang durch den Barockgarten.

12:00 · Grätzlbummel

Neubau & Spittelberg

Kleine Läden, feine Beisln, Kaffee im Hinterhof. Mittagessen dort, wo keine Speisekarte auf Englisch hängt.

16:00 · Hinauf

Weinwandern in Stammersdorf oder Grinzing

Mit der Bim an den Stadtrand, durch die Rieden spazieren, den Blick über Wien schweifen lassen.

19:00 · Ausklang

Beim Heurigen

Ein Viertel Gemischter Satz, ein Brettl, ein Wienerlied. „Ausg’steckt is’“ — und Sie sitzen mittendrin.

Hotelguide

Vier Adressen für schöne Nächte

Von der Grande Dame hinterm Opernhaus bis zum Geheimtipp im Grätzl — vier Häuser, in denen Wien besonders gut schläft.

Innere Stadt

★★★★★

Hotel Sacher Wien

Die Grande Dame hinterm Opernhaus: rote Salons, Ölgemälde, gelebte Legende — und im Haus jene Torte, um die halb Wien einen kleinen Krieg geführt hat.

Original Sacher-TorteSpa im Dachgeschoßseit 1876
€€€€ Grande Dame

Ringstraße

★★★★★

Hotel Imperial

Ein Ringstraßenpalais, in dem einst Fürsten logierten. Marmor, Kristall und der berühmte Imperial-Torte-Duft im Kaffeehaus — Staatsgäste-Grandezza zum Übernachten.

Palais von 1863Butler-ServiceCafé Imperial
€€€€ Palais

Ringstraße

★★★★

Grand Ferdinand

Ringstraßen-Grandezza, neu gedacht: rote Bar, Rooftop-Pool über den Dächern und ein Wiener Wirtshaus im Erdgeschoß. Elegant, jung und mit Augenzwinkern.

Rooftop-PoolWiener WirtshausRingblick
€€€€€ Neu-Wien

Neubau

★★★

Hotel am Brillantengrund

Ein Familienbetrieb im 7. Bezirk mit Innenhof, Retro-Charme und philippinisch-österreichischer Küche. Klein, herzlich, absolut leiwand — das andere Wien.

Innenhof-IdyllVintage-ZimmerGrätzl-Küche
€€€€€ Geheimtipp

Redaktionelle Auswahl — unbezahlt, unbestochen und rein aus Zuneigung getroffen.

Wien im Überblick

Die Stadt, mit dem Zeigefinger bereist

Der Ring als Reiferl um die Innere Stadt, die Donau im Norden, die Weingärten am Rand: Fahren Sie mit der Maus über die Skizze.

Stephansdom Hofburg Naschmarkt Belvedere Prater Schönbrunn Grinzing Wien Donau der Ring

Stilisierte Skizze — fürs Träumen, nicht fürs Navigieren.

Wien durchs Jahr

Zu jeder Jahreszeit a Freud’

Die Stadt kennt keine Nebensaison — nur andere Gründe zu kommen. Wählen Sie eine Jahreszeit.

Auf der Gass’

Schanigarten-Eröffnung

Kaum wärmt die Sonne den Gehsteig, rückt Wien die Sesseln raus. Der erste Gspritzte im Freien schmeckt nach Frühlingserwachen.

Am Wasser

Erste Runde um den Ring

Mit dem Radl die Ringstraße entlang, durch den Stadtpark, an der blühenden Kastanienallee vorbei. Wien schüttelt den Winter ab.

Genuss

Spargel- & Bärlauchzeit

Im Marchfeld sticht man den Spargel, in den Beisln duftet der Bärlauch. Der Frühling landet zuerst auf dem Teller.

Galerie

Wien in sechs Ansichten

Klicken Sie sich hinein — sechs Stimmungen zwischen Morgennebel und Abendrot.

Termine

Drei Fixpunkte im Wiener Jahr

Vom Ballparkett bis zum Feuerwerk — was man sich vormerken sollte.

Feb2026

Wiener Opernball

Wiener Staatsoper

Ball
Maibis Juni

Wiener Festwochen

Verschiedene Spielstätten

Festival
31.Dez

Silvesterpfad

Innenstadt rund um den Stephansplatz

Fest

Termine indikativ — bitte vor der Reise die genauen Daten prüfen.