Ski Arlberg
St. Anton, Lech & Zürs. Das größte zusammenhängende Skigebiet Österreichs — und die Wiege des alpinen Skilaufs. Wer den „Weißen Ring“ fährt, umrundet an einem Tag eine ganze Legende.
Skifahren
So meldete es der Schneebericht seit jeher, wenn die Bedingungen passten — drei Worte, die jedem Kind das Herz aufgehen ließen. Vom Arlberg bis Schladming: der Winter, der uns gehört.
Servus im Schnee
Am Arlberg wurde das moderne Skifahren erfunden — hier lehrte man früh, die Bretter beherrschbar zu machen, und von hier ging die berühmte Arlberg-Technik in die Welt. Kein Wunder, dass das Skifahren bis heute so tief in der österreichischen Seele steckt: Es ist Volkssport, Nationalstolz und Winterreligion in einem.
Und dann diese drei Worte: „Ski und Rodel gut“. So verkündete es der Schneebericht im Radio, wenn Schnee und Bahnen in Ordnung waren — eine Formel, so beruhigend wie ein Wetterversprechen. Wer sie hörte, wusste: Der Winter hat begonnen. Auf den folgenden Seiten führen wir Sie durch die großen Reviere, zum perfekten Einkehrschwung und, ganz wichtig, sicher wieder heim.
Der Einkehrschwung ist die österreichischste aller Disziplinen. Die Redaktion
Die großen Reviere
Von der Wiege des Skilaufs bis zum Nachtslalom-Kult — die Klassiker unter Österreichs Skigebieten. Pistenkilometer gerundet, wie es sich für Träume gehört.
St. Anton, Lech & Zürs. Das größte zusammenhängende Skigebiet Österreichs — und die Wiege des alpinen Skilaufs. Wer den „Weißen Ring“ fährt, umrundet an einem Tag eine ganze Legende.
Kitzbühel & Kirchberg. Die Gamsstadt trägt den größten Namen im Skizirkus — nicht zuletzt wegen jener berühmt-berüchtigten Abfahrt, die einmal im Jänner die ganze Sportwelt nach Tirol blicken lässt.
Salzburg & Tirol. Ein einziger großer Rundkurs über vier Orte hinweg: Man steigt morgens in Saalbach ein und findet sich abends fröhlich in einem anderen Tal wieder — der Skicircus macht seinem Namen alle Ehre.
Ötztal, Tirol. Ein schneesicheres Gletscherskigebiet mit hochalpinem Charakter. Von den BIG3-Aussichtsplattformen reicht der Blick über ein Meer aus Dreitausendern — Weltcup-Auftakt inklusive.
Paznaun, Tirol. Ein weitläufiges, grenzüberschreitendes Revier: Wer mag, wedelt von Ischgl hinüber ins schweizerische Samnaun — zwei Länder an einem Skitag.
Steiermark. Der Hausberg von Schladming und Teil des großen Verbunds Ski amadé. Berühmt ist die Planai vor allem für eines: den Nachtslalom, wenn unter Flutlicht der ganze Zielhang bebt.
Die Streif
Einmal im Jänner hält der Skisport den Atem an: Beim Hahnenkamm-Rennen stürzen sich die Besten der Welt die Streif hinunter. Gleich nach dem Start wartet die Mausefalle mit einem Gefälle von bis zu 85 Prozent, danach reißt es die Läufer in die Steilhangquerung — und am Ende, wenn die Kräfte schwinden, kommt der berüchtigte Zielhang.
Es ist eine Abfahrt, vor der auch Weltmeister Respekt haben. Kein Ort feiert seine Härte so wie die Gamsstadt — und keine Zuschauer jubeln lauter. Ein Wintererlebnis, das man einmal live gesehen haben sollte.
Und die gute Nachricht für alle anderen: An normalen Tagen ist die „Familienstreif“ eine bestens präparierte Piste, die auch Freizeitfahrerinnen und -fahrer genießen können — ganz ohne Startnummer.
Einkehrschwung
Es gibt Disziplinen, in denen die Österreicher unschlagbar sind — der Einkehrschwung gehört dazu. Gemeint ist jener elegante letzte Bogen, mit dem man vor der Hütte zum Stehen kommt, die Ski aufstellt und die Sonnenterrasse entert. Was danach folgt, ist gelebte Winterkultur.
Zum Après-Ski, dieser fröhlich-lauten Institution, sagen wir mit einem Augenzwinkern: In Maßen genossen, verlängert er den schönsten Tag. Und ein Hüttenknigge sei erlaubt — stellen Sie die Ski bitte ordentlich ins Gestell und nicht kreuz und quer in den Schnee. Die nächste Person will ihre auch wiederfinden.
Mehr Kulinarik & Kultur →| Germknödel | Die süße Hauptsache Ein flaumiger Hefeknödel mit Powidl, unter Vanillesauce und Mohn. Die Krönung jeder Einkehr — und ein vollwertiges Mittagessen dazu. |
|---|---|
| Kaiserschmarrn | Kaiserlich Zerrissener Schmarren mit Rosinen und Staubzucker, dazu Zwetschkenröster. Angeblich zu wenig für den Kaiser — für uns gerade recht. |
| Gulaschsuppe | Deftig & wärmend Wärmt von innen, wenn draußen die Finger klamm sind. Mit einem Scherzerl Brot ein Essen für sich. |
| Jagatee | Mit Vorsicht Schwarzer Tee mit Rum und Gewürzen. Ein Achtsamkeits-Getränk: Nach dem zweiten geht sich der Nachmittag auf der Piste nicht mehr aus. |
| Skiwasser | Alkoholfrei Himbeer-Zitronen-Sirup mit Wasser — der Klassiker für zwischendurch, der die Kinder (und viele Große) bei Kräften hält. |
Reiseroute
Drei große Namen in sieben Tagen: vom Arlberg über Kitzbühel bis nach Schladming — mit genug Einkehrschwüngen dazwischen.
Wo das Skifahren zu Hause ist.
Tag 1 · Einfahren
Erste Schwünge in St. Anton
Locker eingewöhnen, das Gebiet kennenlernen und abends in einer der urigen Skihütten den Winter begrüßen.
Tag 2 · Der große Ring
Die Runde über Lech und Zürs
Ein ganzer Tag auf breiten Hängen von Ort zu Ort — die klassische Rundtour, die den Arlberg berühmt gemacht hat.
Tag 3 · Genussski
Sonnenhänge & lange Mittagsrast
Heute darf es gemütlicher sein: die schönsten Sonnenpisten, dazu ein ausgedehnter Einkehrschwung.
Ein Besuch in der Gamsstadt.
Tag 4 · Respekt
Streif-Besichtigung
Vom Zielhang hinaufblicken und ahnen, was hier im Jänner passiert. Danach die weiten Pisten des KitzSki genießen.
Tag 5 · Bummeln
Gamsstadt am Abend
Ski abstellen, durch die mittelalterliche Altstadt schlendern, in einem Kaffeehaus die Füße hochlegen.
Unter Flutlicht klingt die Woche aus.
Tag 6 · Planai
Auf der Weltcupstrecke
Die berühmte Planai-Abfahrt unter die Ski nehmen und sich vorstellen, hier führe der Nachtslalom entlang.
Tag 7 · Ausklang
Letzte Schwünge, dann Therme
Noch einmal die Lieblingspiste, ein Abschiedskaiserschmarrn — und danach die müden Beine im warmen Wasser ausdampfen.
Hotelguide
Vier Adressen zwischen Hospiz-Tradition und alpinem Design — jede mit den Skiern direkt vor der Tür.
St. Christoph am Arlberg
★★★★★
Wo einst ein Hospiz Reisende über den Pass rettete, verwöhnt heute ein legendäres Haus — mit einem Weinkeller, über den man Geschichten erzählt. Tradition, die bis ins 14. Jahrhundert reicht.
Ischgl
★★★★
Mitten im lautesten Skizirkus der Alpen ein überraschend stiller Gegenpol: klare Linien, gedämpftes Licht, ein Hauch Zen. Design zum Durchatmen zwischen zwei Pistentagen.
Sölden
★★★★★
Alpiner Luxus am Fuß des Gletschers: ausgezeichnete Küche, ein weitläufiger Wellnessbereich und die Gletscherbahnen in Gehweite. Hier wird der Skiurlaub zum Fest.
Kitzbühel
★★★★
Ein Klassiker mitten in der Gamsstadt, nur einen Steinwurf vom Fuß des Hahnenkamms entfernt. Behagliche Zimmer, Kachelöfen und die Altstadt gleich vor der Tür.
Sicherheit & Lawinen
Gerade abseits der gesicherten Pisten ist Wissen die wichtigste Ausrüstung. Drei Dinge, die vor jeder Fahrt ins freie Gelände zählen — bitte ganz ernst nehmen.
Lawinenlage
Die europäische Lawinenwarnskala reicht von 1 (gering) bis 5 (sehr groß). Prüfen Sie den täglichen Lagebericht der Lawinenwarndienste der Länder, bevor Sie ins Gelände einfahren — er ändert sich von Tag zu Tag.
Notfallausrüstung
Wer abseits der Piste unterwegs ist, trägt ein LVS-Gerät, eine Schaufel und eine Sonde — und, das Wichtigste, das Wissen, damit umzugehen. Ausrüstung ohne Übung rettet niemanden. Am besten mit ausgebildeter Begleitung.
Auf der Piste
Auch auf gesicherten Pisten gelten die FIS-Regeln: Tempo anpassen, Abstand halten, von oben Rücksicht nehmen. Im Notfall gilt der Alpinnotruf 140, europaweit der Euro-Notruf 112.
Saisonkalender
Vom Gletscherauftakt bis zum Firnfrühling — jede Phase der Saison hat ihren eigenen Reiz.
Gletscher
Schon ab Oktober drehen die ersten Bahnen auf den Gletschern. Wer’s nicht erwarten kann, macht hier die frühesten Schwünge der Saison.
Weltcup
Traditionell eröffnet Sölden mit einem Weltcup-Riesentorlauf die alpine Saison — das erste große Kribbeln im Skiwinter.
Vorfreude
Ski wachsen, Kanten schleifen, die Bindung prüfen lassen. Die Vorfreude ist im Herbst fast so schön wie der erste Schnee.
Pulverhoffnung
Kurze Tage, tiefer Winter, die berechtigte Hoffnung auf Pulverschnee. Jetzt zeigt sich, warum wir das alles auf uns nehmen.
Kitzbühel
Das größte Rennen des Winters lässt die Gamsstadt beben. Wer dabei war, spricht noch im Sommer davon.
Schladming
Ebenfalls im Jänner: der legendäre Nachtslalom auf der Planai, bei dem Zehntausende den Zielhang zum Kochen bringen.
Hochsaison
Die Energieferien sind nach Bundesländern gestaffelt — mit ein wenig Planung erwischt man die weniger vollen Wochen und die volle Sonne.
Familien
Volle Pisten, gute Laune, Skikurse überall: Der Feber ist die klassische Familienzeit im Schnee, mit langen Tagen und stabilem Winter.
Licht
Schon spürbar höher steht die Sonne. Die Mittagsrast auf der Terrasse dauert plötzlich wieder ein bisserl länger.
Firn
Morgens noch hart, mittags herrlich weich: Der Firnfrühling schenkt lange Nachmittage im T-Shirt und die entspanntesten Schwünge des Jahres.
Höhe
In den hohen Gletschergebieten reicht die Saison weit in den April. Unten Frühling, oben Winter — beides an einem Tag.
Abschied
Zum Ende hin wird gefeiert: Wenn im April die Lifte zum letzten Mal laufen, steigen an vielen Bergen ausgelassene Abschlussfeste.
Bildstrecke
Zum Anklicken und Vergrößern — hausgemachte Szenen zwischen blauer Stunde und Flutlicht.
Termine im Schnee
Zwei Rennnächte im Jänner und ein fröhlicher Abschied im April — mehr Winter geht kaum.
Tirol · Kitzbühel, Streif
Steiermark · Planai unter Flutlicht
Alpenregionen · zum Saisonende
Alle Termine indikativ — Monat und Anlass stimmen, das genaue Datum bitte vor der Anreise prüfen.